Schweden zu Mittsommer

Ich erinnere mich noch genau,

es war an einem warmen Freitag Morgen als mich die Sonne durch mein Schlafzimmerfenster anlachte und es war unheimlich still. Doch dann hörte ich etwas, es wurde immer lauter, es war ein rufen das immer lauter und lauter wurde und es rief nach mir. Dann hörte ich es, es war der Ruf der Wildnis.

Mit diesem Gedanken bin ich dann in einen Arbeitsreichen Tag gestartet mit der Gewissheit, dass das Wochenende nicht mehr weit ist! Also habe ich mich kurzerhand entschlossen etwas zu planen. Gesagt, getan! Doch erst einmal musste ich mir darüber klar werden WAS und WO. Da wir vor der Sommersonnenwende standen und ich gar nicht weit reisen muss, um einen tollen Urlaub zu haben, sollte mein Ziel Schweden sein. Ich wollte schon immer den Mittsommer in Schweden erleben. Jetzt fehlte nur noch das WAS. Da mich ja die Wildnis gerufen hat, musste ich mich zwischen Wandern und Kajak fahren entscheiden. Ich entschied mich kurzerhand für das Kajak um die Schwedischen Schären Inseln oberhalb von Stockholm zu bereisen. Ich wollte sicher gehen, dass ich in den ca. 10 Tagen in denen ich auf dem Wasser unterwegs bin, keinen oder kaum anderen Menschen begegnen werde. Jetzt musste ich mich nur noch um die Details kümmern wie Flug, Transfer von Stockholm nach Gräsö, Kajakverleiher vor Ort finden, Ausrüstung und Verpflegung berechnen. Viel Platz hat man nicht in einem Kajak. Da alles reibungslos klappte, saß ich knapp eine Woche später mit einem völlig überteuerten Sandwich in der Hand auf meinem Flug nach Stockholm.

Schweden ich komme!

Vom Flughafen musste ich noch mit dem Bus durch die Nacht bis ich mit meinen ca. 60kg Ausrüstung um Mitternacht in Gräsö ankam. Dann noch ein Fußmarsch von 2km bis zum Kajak Verleiher, auf dessen Grundstück ich mein Zelt aufschlug. Dort habe ich auch kurze Zeit später meinen wohlverdienten Schlaf gefunden und verspürte schon einen Hauch von Wildnis.

Am nächsten Morgen ging dann alles ganz schnell, als der gute Mann vom Verleih mich herzlich mit einem Kaffee begrüßte. Noch Lebensmittel und Wasser kaufen für den Trip, alles gut verstauen, GPS/Karten checken und los. Nach einem langen Paddeltag war ich genau da angekommen, wo ich hin wollte … in der Wildnis und fernab der Zivilisation.

Und wie ich so mit meinem Zelt auf der kleinen Insel sitze nehme ich die Natur mit allen Sinnen war und genieße jede Sekunde vor allem das Atemberaubende Naturschauspiel was sich immer wieder selbst neu erfindet und inszeniert. Beinahe hätte ich vor Faszination vergessen ein Bild zu machen … 😉

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