FOTI zum Wochenende #5 – JPEG oder RAW

Ich würde sagen, dass kommt auf den Verwendungszweck der Bilder an 😉

Grob gesagt macht JPG keine Arbeit, denn RAW Bilder müssen erst entwickelt werden und dann als JPG exportiert werden.

Möchte man nichts groß an den Bildern bearbeiten oder verbessern, dann reicht JPG vollkommen aus.

RAW hat den enormen Vorteil, dass in der Datei alle Daten enthalten sind welche der Sensor bei der Aufnahme registriert hat. Also auch solche, die für das Menschliche Auge zunächst unsichtbar sind. Diese können der Datei aber durch die Entwicklung entlockt werden und sichtbar gemacht werden. Zu den wichtigsten Dingen welche man im RAW Format sinnvoll verbessern kann zählen: Belichtung, Weissabgleich und Schärfe.

Grundsätzlich sollte jedes RAW Bild vor dem Export in JPG eine gewisse Grundschärfe in der Entwicklung erhalten, hier sollte man aber auch nicht übertreiben. Habe ich aus Versehen in der Kamera einen falschen Weissabgleich eingestellt z.B. ich habe bei Kunstlicht mit der Kamera Einstellung Tageslicht fotografiert, dann sind die Bilder in der Regel sehr gelbstichig (kennt eigentlich jeder). Das kann ich bei der Entwicklung per Knopfdruck ohne Probleme wieder korrigieren, denn in RAW ist es ein variabler Parameter der nicht fest in der Datei verankert wird. Bei der Belichtung kann ich auch in der Regel bis 2 Blendenstufen nach oben und unten die Helligkeit korrigieren um verschwundene Details wieder sichtbar zu machen.

Dies alles ist mit JPG Bildern in diesem Umfang leider nicht mehr möglich, da die Kamera hingeht und aus den Sensordaten ein fertiges Bild berechnet und dann die restlichen Informationen nach dem Speichern einfach über Bord wirft. Man kann sich das anhand eines Kuchens vor Augen führen … habe ich einen Kuchen fertig gebacken, dann er so wie er ist und schmeckt auch so, da lässt sich nicht mehr viel ändern. Das wäre dann mit dem JPG Bild zu vergleichen … bei RAW Format hingegen werden einfach alle Zutaten in eine Kiste gepackt die ich für einen Kuchen brauche. Jedoch sind die Zutaten in der Kiste nicht genau abgezählt oder abgewogen so dass ich vielleicht noch ein Ei mehr, einen Klecks Butter dazu geben oder den Zucker und Salz Anteil nach Geschmack verändern kann. Wenn wir den Kuchen dann fertig Backen, ist das vergleichbar mit dem Export in eine JPG Datei 😉

Schlussendlich muss jeder selber entscheiden ob er das RAW Format benötigt oder ihm das JPG Format für seine Bedürfnisse ausreicht. Im Zweifelsfall haben fast alle modernen Kameras die Möglichkeit beides gleichzeitig auf die Speicherkarte zu schreiben. Mir selber ist es auch schon passiert, dass ich nach vielen Jahren eine Idee zu einem Bild hatte das auf meiner Festplatte vor sich her schlummerte und da war ich sehr froh, dass ich eine RAW Aufnahme davon hatte. Ich hatte damals beides aufgenommen, da mir das mit dem Entwickeln von RAW Dateien am Anfang einfach zu aufwendig war bis ich ein fertiges Bild sehen konnte 🙂

Vor allem sollte man sich von Anfang an eine vernünftige Ordnerstruktur überlegen in der man seine Bilder speichert, da man sonst mit der Zeit recht schnell den Überblick über die ganzen Dateien verlieren kann!

Ich hoffe ich konnte dem ein oder anderen mit diesen Informationen wieder etwas weiterhelfen um sich im Technik Dschungel besser zurecht zu finden.

Im nächsten FOTI werde ich Euch Tipps über den Farbraum & Monitorkalibrierung geben.

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Habt ein schönes Wochenende, macht es gut und bis bald

Euer RAVE

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