FOTI zum Wochenende #4 – Einfach besser fotografieren

Möchtest Du bessere Bilder machen?

Wer kennt das nicht, die Kamera steht auf Automatik und man denkt sich … da kann ja nichts schief gehen! Wenn man sich aber dann die Bilder ansieht ist man nicht unbedingt begeistert. Das eine ist zu hell, das andere zu dunkel, zu unscharf usw.

Nachdem ich Euch in den letzten Beiträgen Verschlusszeit, Blende und ISO näher gebracht habe, möchte ich Euch kurz erklären wie Ihr ohne großes herumprobieren an gute Bilder kommt und vom Look und Style her fast immer gleich aussehen. Voraussetzung ist, dass die Lichtverhältnisse einigermaßen gleichbleibend sind!

Und keine Angst, dass bekommt jeder hin 😉

Was wir dazu brauchen:

  • Eine Digital Kamera die den manuellen Modus (M) unterstützt
  • Eine gleichbleibende Lichtsituation (z.B. bedeckter Himmel)

Und schon kann es los gehen 😉

  1. Als erstes stellen wir unsere Kamera in den Automatikmodus aber bitte mit ausgeschaltetem Blitz! (P Modus)
  2. Jetzt machen wir erst einmal im P Modus ein Foto von dem was wir fotografieren wollen. Dieses schauen wir uns nun an und entscheiden ob es uns gefällt oder nicht.
  3. Unabhängig davon notieren oder merken wir uns nun diese Werte (Das Foto Rezept) welche die Kamera gewählt hat … Verschlusszeit/Blende/ISO
  4. Als nächstes stellen wir unsere Kamera in den manuellen Modus und stellen genau die Werte ein, die wir uns aus dem Automatikmodus gemerkt haben.
  5. Jetzt machen wir ein weiteres Foto, um zu kontrollieren ob wir alles richtig gemacht haben und vergleichen die beiden Bilder vom M und P Modus miteinander.
  6. Wenn alles ok ist, sollten beide Bilder gleich aussehen! Dann kommt unsere Überlegung zum Bild ins Spiel … ist es uns zu hell, wissen wir ja welche Parameter wir für das gewünschte Ergebnis verändern müssen. Entweder Verschlusszeit kürzer machen (z.B. von 1/125 auf 1/250), unsere Blende verändern (z.B. von Blende 8 auf Blende 11) oder den ISO Wert absenken (z.B. von ISO 800 auf ISO 100).
  7. Wenn das Bild zu Dunkel ist müssen wir in die andere Richtung unsere Korrektur vornehmen, z.B. die Zeit von 1/125 auf 1/60, Blende von 8 auf 5,6 oder ISO von 800 auf 6400.
  8. ACHTUNG!!! Jetzt nicht den Fehler machen und alle Werte auf einmal verändern!!! Nur einen der Werte … Zeit, Blende oder ISO! Das macht Ihr jetzt so lange, bis Dir das Bild von der Belichtung her gefällt.
  9. Und welchen Wert soll ich ändern fragt Ihr Euch jetzt bestimmt!? Tja, dass müsste Ihr schon selber lernen einzuschätzen, denn es hängt ja zum einen davon ab was Ihr fotografiert und zum anderen, welchen Bild Look ihr Euch vorgestellt habt … bei einem bewegten Objekt, würde ich entweder Zeit, Blende und/oder ISO so anpassen, dass ich mit der Verschlusszeit möglichst hoch komme, wenn ich ein scharfes Bild als Ergebnis haben möchte. Ein konkretes Beispiel mit den Werten von oben … im Idealfall ist das Automatik Bild zu hell, dann kann ich sowieso schon mal mit der Verschlusszeit nach oben gehen … wenn das nicht reicht, dann die Blende auf den einen kleineren Wert einstellen (größerer Licht Einfall aber auch geringer Schärfebereich) und die Verschlusszeit weiter erhöhen  … und wenn das immer noch nicht reicht, dann auch noch den ISO Wert hoch setzen (Stärkeres Rauschen im Bild) … und jetzt das ganze mit realen Werten … gehen wir wieder von Zeit: 1/125, Blende: 8, ISO 800 aus.
  10. Sagen wir mal, dass uns das Bild mit diesen Einstellungen zu hell ist … wir verändern jetzt die Verschlusszeit auf 1/250 und jetzt ist es perfekt von der Belichtung aber leider unscharf … also haben wir jetzt 1/250, 8, 800 … dann stellen wir jetzt auf die kleinste Blende die unser Objektiv zulässt, sagen wir 2.8 … das sind 6 Blendenstufen weniger als Blende 8 bei halben Blendenstufen … Blendenreihe … dann können wir jetzt im Gegenzug die Verschlusszeit auch um 6 Stufen erhöhen … also auf 1/2000 sec. … jetzt stimmt unsere Belichtung wieder und das Bild sollte auch genügend scharf sein.
  11.  Ihr denkt jetzt auch … boahhhhh … doch kompliziert … und erst erzählt der Typ was von … nur einem Wert ändern und dann spielt er doch mit allen Werten rum … das versteht man unter … ins kalte Wasser schubsen 😉 … ich gebe ja zu, dass war ein extrem Beispiel und wenn sich das Objekt der Begierde nicht bewegt, ist es schon wieder viel einfacher … keinen oder nur einen Wert ändern für das gewünschte Ergebnis und gut ist … nur für den Bild Look muss man evtl. noch einen zweiten und dritten Wert ändern … wer aber das Prinzip dahinter verstanden hat, ist nicht nur einen Schritt weiter sondern einen ganzen Sprung!
  12. Jetzt das einfache Beispiel: Wir haben ein Objekt was sich nicht bewegt und wieder folgende Werte … Zeit: 1/125, Blende: 8, ISO 800 … diesmal ist uns das Bild zu dunkel … und da sich gerade bei statischen Objekten ein schönes Bokeh gut macht, ändern wir die Blende nach unten bis wir ein Bild haben was uns gefällt … haben wir die Blende z.B. 4.5 gefunden, können wir immer weiter den Auslöser drücken und Bilder machen, ohne das sich das Bild Ergebnis ändern wird von der Belichtung und dem Look.
  13. Zum besseren Verständnis kannst Du das Ganze ja gerne im Automatik Modus wiederholen und dann einen Bilder Vergleich machen … Du solltest aber mindestens 5-10 Bilder (erst 5-10 manuell und dann 5-10 automatisch) machen um eine gute Vergleichsreihe zu haben.
  14. Bedenkt aber bitte das alle Werte oben rein fiktiver Natur sind und Ihr Euch die Grundwerte für Eure Übungen über den Automatikmodus P Eurer Kamera holen müsst!
  15. Jetzt noch ein Wort an die fortgeschrittenen unter Euch … klar kann man an meinen Erklärungen noch einiges verbessern und anders machen aber ich möchte es dem Einsteiger verständlich machen und näher bringen … ich bin mir absolut bewusst darüber, dass da noch viel mehr hinter steckt als ich mit ein paar Worten erklären kann und auch noch viel mehr ins Detail gehen kann … aber das kommt nach und nach … ich werde in späteren Posts auch auf Feinheiten und Abhängigkeiten von einander eingehen aber für die Grundlagen ist es einfach „to much“ … denn sonst kann es sein, dass ein Einsteiger sich schnell überfordert fühlt und dadurch die Lust an der Fotografie verliert … darum erst mal Step by Step und „back to the roots“ 😉

Ich hoffe ich konnte dem ein oder anderen mit diesen Informationen weiterhelfen, um ein wenig die Angst vor dem manuellen Modus zu verlieren!

Im nächsten FOTI geht es um die Frage, soll ich in RAW oder JPG fotografieren.

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Habt ein schönes Wochenende, macht es gut und bis bald

Euer RAVE

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